Kokastrauch

Wissenschaftlicher Name: Erythroxylum Coca
Familie: Limaceae
Herkunft: Hochgelegener Amazonas-Regenwald

pflanze busch amazonia wald

Koka ist keine Droge

Viele Personen verbinden den Begriff „Koka“ mit Kokain. Es ist wichtig zu wissen, dass diese Pflanze auch in der Zusammensetzung der berühmten „Coca Cola“ und in verschiedenen Medikamenten vorkommt.

Beschreibung

Der Kokastrauch kann in den Hängen der westlichen Anden (an der Grenze zum Amazonas-Regenwald) Perus, Chiles, Boliviens, Ecuadors und Kolumbiens gefunden werden. Er wird in den bergigen und feuchten Regionen zwischen 300 und 1.500 Metern Meereshöhe angebaut.
Es ist ein Strauch, der bis zu 1,5 Meter hoch wächst, mit dunkelgrünen Blättern, die zwischen 8 und 10 cm lang, oval und an beiden Enden ähnlich spitz wie ein Lorbeerblatt sind. Er hat kleine weiße Blüten und eiförmige, rote Früchte.

 

Eigenschaften des Kokablatts:

  • Betäubungsmittel
  • Schmerzmittel
  • Stimulans
  • Besänftigend und beruhigend
  • Verdauungsfördernd
  • Verdrängt Müdigkeit
  • Verbessert den Blutkreislauf
  • Beugt Karies vor

Wird in den folgenden Fällen verwendet:

  • Höhenkrankheit
  • Gastritis
  • Geschwüre
  • Schluckauf

Zusammensetzung des Kokablatts

Das Kokablatt ist reich an Mineralien und Vitaminen, mit hohen Stickstoff-, Kalzium- und Carotinwerten.
Für die in der Region Einheimischen war das Kokablatt die einzig wesentliche Kalziumquelle vor der Ankunft der Eroberer, die Kühe und Hühner (Milch und Eier) aus Europa brachten.

(Analyse von Duke, Aulik und Plowman, Botanical Museum Leaflets 24 (6) – Harvard-Universität 1975):

ZUSAMMENSETZUNG g / 100 g
Stickstoff 20,06
Fett 3,68
Kohlenhydrate 47,50
Eiweiß 19,9
Energie 304 Kcal
   
MINERALIEN mg / 100 g
Calcium 2097,62
Phosphor 412,67
Eisen 9,80
Magnesium 299,30
Natrium 39,40
Aluminium 17,39
Kalium 1739,33
VITAMINE mg / 100 g
Vitamin A 8,15
Vitamin C 10,50
Vitamin E 44,10
Vitamin B1 (Thiamin) 0,73
Vitamin B2 (Riboflavin) 0,88
Niacin 8,37
Beta Carotin 9,40
Alpha Carotin 2,76
MINERALIEN mg / 100 g
Barium 6,18
Strontium 12,02
Bor 6,75
Kupfer 1,22
Zink 2,21
Mangan 9,15
Chrom 0,12

Das Kokablatt enthält 14 natürliche Alkaloide:

Kokain Betäubungs- und Schmerzmittel
Ecgonin Wandelt Fette und Glukose, Kohlenhydrate um, verdünnt das Blut
Atropin Betäubungsmittel, das für Trockenheit in den Atemwegen sorgt
Pektin Absorbierend und gegen Durchfall wirkend, zusammen mit Vitamin E die Melaminproduktion für die Haut regulierend
Papain Fermentart, beschleunigt die Verdauung
Hygrin Stimuliert die Speicheldrüsen bei in der Atmosphäre vorliegendem Sauerstoffmangel
Globulin Reguliert den Sauerstoffmangel, verbessert den Blutkreislauf, beugt der Höhenkrankheit vor
Pyridin Beschleunigt die Bildung und das Funktionieren des Gehirns, steigert die Durchblutung der Hypophyse und der Drüsen, sich in eine körperliche Verbesserung auswirkend
Chinolin Beugt der Bildung von Karies, als auch Phosphat und Calcium vor
Koniin Wirkungsvolles Betäubungsmittel
Cocamin Schmerzmittel, das zusammen mit dem Koniin dem Kokain hilft die betäubenden und schmerzlindernden Eigenschaften zu steigern
Inulin Erfrischt und verbessert das Funktionieren der Leber, Gallensekretion und der Anlagerung in der Blase
Benzoe Beschleunigt den Muskelaufbau und verhindert Fäulnis von Lebensmitteln (Anwendung in Fällen von Gastritis und Geschwüren)
Reserpin Reguliert den Blutdruck bei Schluckauf und Bluthochdruck und hilft der Bildung von Knochenzellen

 

Anmerkung: Das Kokablatt enthält das Alkaloid „Kokain“, aber es gibt keinen Grund zur Sorge: die in den Blättern enthaltene Menge ist so gering, dass man theoretisch in weniger als einer Stunde dutzende Liter Kokatee zu sich nehmen oder viele Kilo der Blätter kauen müsste, um sich zu berauschen – eine unmögliche Sache.

Geschichte

Spuren des Gebrauchs von Koka bis in das Jahr 3000 v. Chr. zurückgehend fanden sich an der peruanischen Küste. „Koka“ ist der Name, den die Andenindianer dieser Pflanze gaben. Der Kokastrauch ist weit verbreitet unter der Andenbevölkerung, die die Blätter kaut (sie sagen dazu chacchar oder cullicar), um Durst zu stillen und Hunger und Müdigkeit zu besänftigen.

Im Jahr 1859 isoliert Albert Niemann die Einzelkomponente des Kokastrauchs und nennt sie „Kokain“. In Europa erlangt der Kokastrauch durch die Abhandlung von Paolo Mantegazza Berühmtheit.

 

Die Industrialisierung der Koka beginnt 1863 in Frankreich mit der Produktion der Mariani-Weine und 1884 wirbt Sigmund Freud für ihre Verwendung und bezeichnet sie als „dritte Geißel“. Im Jahr 1885 vertreibt das nordamerikanische Pharmaunternehmen „Parke Davis & Company“ Koka in Form von Inhalatoren und Zigaretten.
„Coca Cola“ wird 1886 geboren und als medizinisches Tonikum angeboten. Später vermarkten wichtige europäische Laboratorien Produkte des Kokastrauchs in vielen verschiedenen Formen, wie Mentholpastillen und Kokain für den Hals, was sogar Kindern verabreicht wurde.

 

Anwendung

Normalerweise kauen die Andenbewohner die trockenen Blätter mit einem Stückchen „llipt’a“ (im Aussehen ähnlich einem Steinchen) aus der Asche von Pflanzen wie Quinoa oder Kiwicha (Garten-Fuchsschwanz), das eine Verbesserung der Wirkungsweise der Alkaloide ermöglicht.
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Nach einigen Minuten stellt sich der betäubende Effekt im Mund ein. Die Blätter werden nicht geschluckt, sondern nach ungefähr 30 Minuten ausgespuckt.
Der Kokatee wird zur Linderung der Symptome der Höhenkrankheit empfohlen und wird in allen Hotels und Restaurants in den Anden angeboten.
Heutzutage gibt es viele Produkte, die Kokablätter enthalten, darunter Bonbons, Schokoladen, Getränke, etc.

 

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